Das ist die Quinta, auf der ich nun schon so lange lebe, dass ich denke, es wäre nie anders gewesen. Quinta Eanna bedeutet Haus des Himmels und ist der Name, den Peter ihr gegeben hat. Ursprünglich hatte die Quinta gar keinen Namen, denn Quinta bedeutet auf portugiesisch nichts anderes als Bauernhof. Die Quinta umfasst ein sehr großes Grundstück von 10Ha. Der große Bereich, in dem auch die Hunde und Pferde frei leben, besteht aus einem bewaldeten Tal, welches von einem Fluss durchzogen wird. Über die Jahrhunderte hat der Fluss eine tiefe Schlucht ausgewaschen und bietet den Hunden einen regelrechten Abenteuerspielplatz.

Das Haus selbst ist knappe 200 Jahre alt, besteht aus einem Meter dicken Lehmmauern, hat keinerlei Fenster, bietet aber mit 185 Quadratmetern sehr viel Platz. Die traditionelle Bauweise isoliert das Haus perfekt. Im Sommer bleibt es angenehm kühl und im Winter kühlt es nicht zu sehr aus. Eine Heizung gibt es hier nicht, nur einen offenen Kamin im Wohnzimmer, aber der Körper gewöhnt sich daran, denn er stellt sich auf den Wechsel der Jahreszeiten ein. In all den Jahren, die ich hier lebe, habe ich mir nie eine Erkältung oder Grippe eingefangen. Sowas nenne ich gesundes Wohnen.

Peter hatte das Haus zwar Anfang der 90er Jahre renoviert, aber mit den traditionellen Materialien und im alten Stil. Einzige Modernisierung war das Verlegen von Strom, der Einbau von Bad und Küche incl. Wasser aus einem eigenen Brunnen und die Konstruktion einer Biokläranlage auf Basis von Pflanzen und speziellen Bakterienkulturen, die das Wasser recyclen. Ok, mit Chemie arbeiten wir im Haushalt nicht, sondern nur mit biologisch abbaubaren Putz- und Waschmitteln. Auch Duschzeug, Seife etc. sind entsprechend ausgewählt.

Naturschutz fängt für uns beim ökologischen Wohnen an, und der Art wie wir mit den Gegebenheiten der Natur umgehen. Wir leben inmitten der Natur und wie leben mit der Natur. Ob Schlangen, Scorpione, Mungos, Lurche, Feuersalamander oder auch Ratten und Mäuse, wir haben sie alle in unser Leben integriert. Sie tun uns nichts und wir tun ihnen nichts.

Ja, es war anfangs eine große Umstellung für mich, so extrem ökologisch und naturnah zu leben. Ich bin ein Kind vom Lande und sollte es gewöhnt sein, aber trotzdem war die Quinta nochmal eine Herausforderung mehr an meine Liebe zur Natur.

Omi_Betty_Doro
Physio
Quinta-Front
Quinta abends
Rosas Eltern
Quinta Zi 02

Die Quinta Eanna, Ort der Liebe, der Verzweiflung, des Lebens und des Todes

Liebe und Beziehung

Apropos Liebe … die spielt in meinem Leben natürlich die zentrale Rolle schlechthin. Damit meine ich nicht nur die Liebe zur Natur und den Tieren, sondern vor allem auch zu Peter. Ich habe ziemlich spontan alles in Deutschland aufgegeben, wohl wissend, dass das, was mich erwarten würde, weit weg ist von romatischen Liebesabenteuern unter südlichem Sternenhimmel und erotisierend weichem, warmem Sand am tiefblauen Meer. Ich hatte Peter vor meiner Entscheidung bereits für eine Woche besucht, wir nennen es heute noch schmunzelnd „Die Hofwoche“, in Anlehung an die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“. Bereits nach einem Tag war mir klar, dass hier eher Hummeln im Hintern als Schmetterlinge im Bauch angesagt sind. Immer in Action, immer von  einem minutiös ausgearbeiteten Zeitplan angetrieben, war kaum Platz für Romantik und rosarote Brillen.

Meine Ankunft auf der Quinta war der sofortige Übergang in einen harten Alltag ohne Phase der Eingewöhnung. Zeit, die große Liebe zu genießen, blieb nicht, Raum um die eigenen Gefühle zu ordnen ebenfalls nicht. Ich hatte sofort meine Frau zu stehen. Leidende, oft schwer verletzte oder kranke Tiere kamen, mussten optimal versorgt werden, nicht selten rund um die Uhr. Manche schafften es, überlebten, wurden gesund und toben noch heute über die Quinta. Andere aber starben, schafften es nicht, trotz aller Bemühungen. Ich wurde immer und immer wieder hautnah mit dem Tod konfrontiert und lernte ihn als Teil des Lebens und der Natur zu akzeptieren.

Welpenrettung
Faedenziehen

Meine Beziehung und Liebe zu Peter belasteten diese Erlebnisse enorm, auf allen Ebenen, psychisch wie körperlich. Ich kannte ihn kaum, musste mich aber an seiner Sicht der Dinge orientieren, denn anfangs war es ja sein Projekt und sein Konzept. Es spielten sich viele Dramen ab und nicht nur einmal stand unsere Beziehung auf der Kippe. Ich musste um die Liebe eines Mannes kämpfen, der Menschen gegenüber absolut rational und distanziert auftritt, während er mit Tieren absolut empathisch und warmherzig umgeht.

Irgendwann beschlossen wir, die Phase des ersten Verliebtseins ans Ende zu hängen, wenn wir mehr Zeit dafür haben, wenn wir älter sind, wenn das Projekt uns nicht mehr so in Anspruch nimmt … mit anderen Worten: wahrscheinlich nie.

Was das für mich bedeutete und wie mich das alles verändert hat, beschreibe ich in meinem Buch.

OmiOpi

Betreuung und Physiotherapie

Welpen retten

Fäden ziehen

Das wahre Glück liegt oft in einem kurzen Augenblick.

Ihn zu erkennen und zu genießen ist die wahre Kunst der Liebe.

Portrait 01

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(c) Karin Semelink 2014-2016

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